Im April 2018 findet der 33. Marathon des Sables in der Wüste Maroccos statt. Der Autor hat die vergangenen 20 Monate damit verbracht, sich auf dieses Ereignis vorzubereiten. Was waren seine Highlights und was seine dunkelsten Stunden?
Den Beginn meiner Reise habe ich bereits in einem anderen Artikel geschildert. Ist aus dem Feierabendjogger inzwischen ein Kraftbündel geworden? Rein äusserlich sieht man mir die 6 kg Gewichtsabnahme an, was sich mit angenehmen Platzverhältnissen in meinen Kleidern bemerkbar macht. Da ich durch das Training die Muskelmasse bewahren konnte, hat sich der Körperfettanteil deutlich reduziert. Das sieht ganz einfach gut aus. Der BMI 27 zeigt noch immer Übergewicht an, was sich nicht mit meinem Körpergefühl deckt. Ich müsste nochmals 6 kg Gewicht verlieren, um in den grünen Bereich der Normalgewichtigen zu kommen.

Ich bin inzwischen in der Lage, einen Marathon (42.2km) in 5 Stunden zu laufen, ohne dass meine Füsse und Beine am nächsten Tag ihren Dienst quittieren wollen. Und ich absolviere 100 km gehend und laufend pro Woche, ohne davon gross zu ermüden. Die Selbstheilungskraft und die Ausdauer meines Körpers hat Ausmasse angenommen, so dass ich mir nur verwundert die Augen reiben kann. Ich darf konstatieren, seit 30 Jahren nicht so fit gewesen zu sein. Auch die medizinische Untersuchung einige Tage nach dem Marathonlauf mit Belastungstest und Laktatmessung bestätigt eine sehr effiziente Herztätigkeit und bessere Leistungsfähigkeit. Dank viel Training pumpt das Herz mit weniger Aufwand besser.

Das Trainings- und Ernährungsprogramm habe ich mit Tipps von Kollegen und vielen Informationen aus dem Internet zusammengestellt und letztlich auf mich selbst vertraut. Dass es zu funktionieren scheint, ist eine schöne Bestätigung, die Selbstvertrauen gibt.
Dies und die hohe Motivation während der gesamten Trainingszeit sind meine vorläufigen Highlights.
An dunklen Momenten hat es nicht gemangelt. Ein Skiunfall im Februar 2017 hat zu einem reduzierten Training während 2 Wochen geführt; glücklicherweise betraf die Hauptverletzung eine Schulter, so dass ich läuferisch bald wieder auf dem Damm war.

Kritisch war auch die Erkenntnis, dass meine Senkfüsss nach einem Jahr intensiven Training zu den befürchteten Auswirkungen Schmerzen am Fersen (Achillessehne und Plantarfaszie) und am Schienbein (Shinsplints) geführt haben. Ich wusste um meinen schlechten biomechanischen Laufstil und habe dies nach einem Jahr intensiven Trainings nicht mehr erwartet. Nach Eintreten der Probleme habe ich sofort auf Zusatzgewicht verzichtet und mit konsequentem Mittelfusslaufen trainiert. Doch meine Wadenmuskeln machten das nicht mit. So habe ich während 3 Wochen mehrheitlich andere verwandte Bewegungsabläufe trainiert: Spinning-Rad, Ergometer, Stairmaster und Ellipsentrainer
So habe ich bisher die Zwischenziele erreicht, die ich mir gesetzt hatte (Planungstipps). Nicht erwähnt sind die Nahrungsversuche, Dehydrierungsübungen, Schuh- und Materialtests, Gewichtseinsparungen, Fussvorbereitungsmassnahmen, Arbeitsweg komplett zu Fuss zurückgelegt, Regenerierungsaktivitäten wie Yoga, Basenbäder, Blackrollmassagen, Biergenuss und Perskindolbehandlungen. Nicht trainieren musste ich mentale Stärke, Nachtläufe, hohe Geschwindigkeiten, anaerobe Schwelle.

Gerne hätte ich mehr in weglosem Gelände und auf Trails trainiert, wäre zum Barfussläufer geworden, hätte einen Marathon mit 10 kg Rucksack absolviert, mehr auf weichem Sand gelaufen, wäre gerne 5 kg leichter, hätte die Blasenbehandlung noch mehr geübt, doch es ist, wie es ist. Einen Monat vor dem Lauf kann ich noch etwas abnehmen, den Fettstoffwechsel ankurbeln, Hitzetraining aufnehmen, das Material komplettieren, die Füsse weiter vorbereiten und dafür sorgen, dass keine Verletzungen auftreten.

Box: Etwas Statistik zum Training
Seit dem Trainingsbeginn 5.7.2016 und dem heutigen Datum 9.3.2018 wurden in 605 Tagen:
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