Nach der Schaffung von Freiraum mal einfach Richtung Süden loswandern, nur ein paar wichtige Daten auf dem Programm, der Rest dem Zufall überlassen. Soll ich mir dies überhaupt zumuten? In allen meinen Projekten stand immer die Planung im Vordergrund. Kommt es gut, genau das Gegenteil davon zu machen, was mir am leichtesten fällt?
Die Beantwortung dieser Frage wird wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. Natürlich gehe ich davon aus, dass sich das Leben so verhält:
Der logistische Rahmen ist schnell abgesteckt: Sommer 2018, 75 Tage Zeit, Nachttemperatur in den Niederungen von 10°C oder höher, Tagestemperatur maximal 30°C mit Regen, Sonne und Mücken. Auf der südlichen Alpenroute geht der Weg über Pässe bis 2700m Höhe über Meer und entsprechend tiefe Temperaturen sind zu erwarten. Aber bis dorthin ist es noch ein weiter Weg. Die ersten 1000 Kilometer vom Südzipfel Belgiens bis zum Genfersee verlaufen in hügeligem Gelände und in Ebenen.
Da ich keine fixen Etappen planen möchte, sind Schlafsack und Zelt mit dabei. Somit kann ich die Tagesetappen so einrichten, dass sie optimal passen. Wasser gäbe es in der Natur genug, doch ist es vermutlich nicht sauber, also muss eine Kochvorrichtung her. Nahrung braucht es eigentlich keine; mein Körperfett würde für rund 30 Tage reichen und Läden gibt es ebenfalls auf der Strecke. Auch hier gilt, was schon oben zur Komfortzone gesagt wurde: interessant wird es erst, wenn man sie verlässt. Mal ein paar Tage lang nichts essen bei gleichzeitiger körperlicher Aktivität, das wollte ich schon lange mal ausprobieren.
Damit das ganze Unterfangen über den reinen Selbstzweck hinaus etwas Nutzen für die Allgemeinheit bringt, möchte ich dem Weg entlang Abfall sammeln. Solcherlei möchte ich vermeiden helfen:

In weiteren Beiträgen werde ich Erlebnisse von unterwegs schildern, mein Material präsentieren und die schönsten Bilder zeigen.
Um ein eindrückliches Wandererlebnis zu haben, muss es nicht immer die USA mit ihren gut vermarkteten Mega Trails sein.


Deshalb geht es am 2. Juli 2018 auf dem Europäischen Fernwanderweg E2 los und meine aktuelle Position ist jeweils der südlichste Punkt, resp. der mit dem aktuellsten Datum bezeichnete Ort.
Foto: Google Earth

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