Wer schon mal die Bilder der abgekämpften Läuferinnen und Läufer in der Sahara gesehen hat, die sich mit Rucksack durch Sandstürme und über Dünen kämpfen bleibt nicht unberührt davon. Mit Begriffen wie Spinner, Lebensmüde, Wohlstandsversehrte und Egomanen versucht man das Phänomen in eine Kategorie zu schieben, die es sich irgendwie verbietet, unvoreingenommen betrachtet zu werden.
Dabei ist der 6-tägige Lauf eine einzige Überlebensübung. Die Distanz von sechs Marathons ist zu absolvieren. Ausser knappen Wasserrationen und Zelt wird nichts zur Verfügung gestellt, was heisst, dass Nahrungsmittel, Kleider und Schlafutensilien während dieser Zeit mitgetragen werden müssen. Jedes Gramm Gewichtseinsparung hilft Energie sparen bei schätzungsweise 300’000 Schritten. Etappenstart ist jeweils um 10 Uhr morgens, damit die Sonne sicher schon scheint und auch die schnellsten Läufer in Genuss von bis zu 50°C Hitze kommen. Der Weg ist markiert, doch in den Dünen und bei Sandstürmen muss mit Karte und Kompass navigiert werden. Die Füsse werden teilweise derart in Mitleidenschaft gezogen, dass sie scheinbar nur noch vom Verband zusammengehalten werden.
Discovery Channel hat dieses Rennen einst als „Toughest footrace on earth“ bezeichnet. Dies ist sicher übertrieben, denn es gibt gefährlichere, heissere oder längere Rennen, doch dem Feierabendjogger stellen sich eine ganze Reihe an Herausforderungen entgegen.
- Kann ich in dieser Temperatur überhaupt Sport treiben?
- Hält der Körper sowas ohne Langzeitschäden aus?
- Wie trainiere ich für diese Strapazen?
- Wie stelle ich mich mental darauf ein?
- Welches Material soll ich mitnehmen?
- Gibt es eine Strategie für den 250km langen Lauf?
- Woher nehme ich die Energie, wenn ich die ganze Nahrung mittragen muss?
Die Antwort darauf gibt es im Internet oder in Zukunft an dieser Stelle (rechts oben Artikel via E-mail abonnieren). Der Autor dieser Zeilen hat sich soeben für den Marathon des Sables 2018 eingeschrieben. Es bleiben 21 Monate, um aus einem Feierabendjogger ein Kraftbündel zu machen.
(Fotos von Pascal Bouju und Tent86 auf Flickr)
