Kosten der Wanderung auf dem GR5/E2

Wandern ist eine Tätigkeit, die sich in verschiedenen Komfortklassen ausüben lässt. Ich habe auf 1500 km des GR5/E2 von Südbelgien bis ans Mittelmeer (die Strecke ist hier abgebildet) einige ausprobiert, von autonom mit Picknick und Zelt über komfortabel mit Halbpension bis hin zu Luxus mit Einzelzimmer und Restaurants. Entsprechend gross ist die Varianz der Kosten (und der benötigten Ausrüstung). Somit lässt sich diese schöne Wanderung mit jeden Budget durchführen.

Am meisten kosteten mich Essen und Trinken, gefolgt von Übernachtungen. Im Durchschnitt habe ich während 60 Tagen 94 Euro pro Tag ausgegeben, was eher auf gehobenen Komfort hindeutet.

59 Nächte war ich unterwegs, über die Hälfte davon in Einzel- oder Doppelzimmern. Start am 2.7.2018, Ende am 9.9.2018 mit Pause von 19. – 27.7. = 60 Tage
Übernachtung im Clubhaus des Fussballvereins. Kosten 0 Euro
Zelten auf dem Campingplatz. Kosten 5 Euro
Miniwohnwagen auf dem Campingplatz. Kosten 20 Euro
Refuge de la Leisse mit 16-er Schlafräumen. Kosten 45 Euro mit Halppension
Suite in der edlen Domain les Bachats: Kosten 65 Euro mit Frühstück (Freundschaftspreis für Einzelpersonen)

Essen und Trinken kosteten mich im Schnitt 40 Euro pro Tag, was sich mit mehr Picknicks (bei gleichzeitig mehr Rucksackgewicht) durchaus hätte reduzieren lassen.  Andererseits war die Aussicht auf eine warme Gaststube und eine feine Mahlzeit am Ende des Tages genau derjenige Faktor, der mich zu grösseren Distanzen motivieren konnte. Und damit half, die Anzahl Tage für diese lange Wanderung zu reduzieren. Was wiederum Kosten sparte.

Liebevoll angerichteter Teller im Maison Biaufond. Kosten: 21 Franken
Champagner zur Feier des Tages in Nizza. Kosten: 22 Euro
Gemütliche Gaststube auf der nebelverhangenen Alpage de Bise. Kosten für Omelette auf Fromage: 10 Euro
Das obligate Panaché (Bier mit Limonade) am Ende eines Wandertages (oder auch zwischendurch) erfüllte gleich mehrere Funktionen: Rehydrierung, Kalorienzufuhr, Abkühlung und Versorgung mit Nährsalzen. Kosten: 5-7 Euro
[in EUR] Essen + Trinken Schlafen übriges Total
Woche 1 (2. – 8.7.) Luxemburg 210 25 69 304
Woche 2 (9. – 15.7.) Lorraine 166 93 440 699
Woche 3 (16. – 18.7.) Lorraine 83 0 214 297
Woche 4 (28. – 29.7.) Elsass 130 149 162 441
Woche 5 (30.7. – 5.8.) Vogesen 218 386 0 604
Woche 6 (6. – 12.8.) Jura 241 295 70 606
Woche 7 (13. – 19.8.) Haute Savoie 255 192 137 584
Woche 8 (20. – 26.8.) Savoie 335 124 50 509
Woche 9 (27.8. – 2.9.) Haute Alpes 402 214 50 656
Woche 10 (3. – 9.9.) Alpes Maritimes 359 270 328 957
Total 2399 1748 1520 5657

In der Woche 2 entschied ich mich, ein grösseres Zelt zu kaufen: 400 Euro. In Woche 3 brauchte ich bessere Schuhe für 160 Euro. Diese waren in Woche 7 bereits defekt und mussten für 120 Euro ersetzt werden. Für die 10-tägige Pause reiste ich mit der Bahn zurück und hatte in den Wochen 3 und 4 Transportkosten von je 50 Euro. Am Ende gab es einen Flug nach Hause: 317 Euro. Total etwa 900 Euro zusätzliche Kosten, die durch unpassendes Material, Reiseunterbruch  und den Wunsch nach einer schnellen Rückkehr entstanden sind.

Andere Wanderer machen vor, wie es billiger geht, indem sie günstigeres Material kaufen und konsequent(er) zelten, wiederum andere setzen auf die teuerste Variante mit Guide und Gepäcktransport.  Da es keine Eintrittspreise für Nationalparks gibt und die Touristentaxen durchwegs günstig ausfallen, lässt sich diese schöne Wanderung mit jeden Budget durchführen. Lediglich die Fixkosten zuhause fallen weiterhin an.

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Kosten der Wanderschaft
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Wandern ist eine Tätigkeit, die sich in verschiedenen Komfortklassen ausüben lässt. Ich habe auf 1500 km des GR5 von Südbelgien bis ans Mittelmeer einige ausprobiert, von autonom mit Picknick und Zelt über komfortabel mit Halbpension bis hin zu Luxus mit Einzelzimmer und Restaurants. Entsprechend gross ist die Varianz der Kosten. Somit lässt sich diese schöne Wanderung mit jeden Budget durchführen.

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