{"id":543,"date":"2017-11-30T08:36:02","date_gmt":"2017-11-30T07:36:02","guid":{"rendered":"http:\/\/schweizer.pm\/?p=543"},"modified":"2018-03-09T10:42:40","modified_gmt":"2018-03-09T09:42:40","slug":"das-lebenswerk-beruf-oder-berufung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schweizer.pm\/pri\/2017\/das-lebenswerk-beruf-oder-berufung\/","title":{"rendered":"Das Lebenswerk &#8211; Beruf oder Berufung?"},"content":{"rendered":"<p>Wir machen eine Ausbildung und streben eine gute Anstellung an, damit wir uns mit dem Einkommen die Dinge leisten k\u00f6nnen, wovon wir immer getr\u00e4umt haben. Und dar\u00fcber definieren wir uns. In seinem neuen Buch nennt Mathias Morgenthaler dies die Tun-Haben-Sein-Falle. <!--more-->Wohlstand, Anerkennung und Status mag an sich erstrebenswert sein, doch f\u00fcr viele pr\u00e4sentiert sich die Rechnung daf\u00fcr erst allm\u00e4hlich. Wer nach Jahren so arbeiten keine Energie mehr hat, eine geistige Leere empfindet und den Gang zur Arbeit als l\u00e4stigen Pflichterf\u00fcllung sieht, sucht sich Hilfe beim Coach Morgenthaler.<\/p>\n<p>Dieser hilft Menschen dabei, das Sein zu verstehen und das Tun danach auszurichten. Nach Jahren des Konformit\u00e4tsdruckes (durch Schule und Arbeitgeber) und der Anpassung braucht es Zeit, um zu den Tr\u00e4umen und zur Kreativit\u00e4t zur\u00fcckzufinden damit Sein, Tun und Haben ausgerichtet werden k\u00f6nnen. Wenn Stress den Arbeitsalltag pr\u00e4gt, dann hilft unter Umst\u00e4nden weder Perspektivenwechsel, Jobver\u00e4nderung oder Arbeitszeitreduktion. Oft gilt es, ganz aus dem Gef\u00e4ngnis auszusteigen, in dem man sich befindet um sich jenen Platz schaffen zu k\u00f6nnen, wo man sich gerne aufhalten m\u00f6chte.<\/p>\n<blockquote><p>Wer alle Erwartungen erf\u00fcllt, darf keine Erf\u00fcllung erwarten<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Journalist Morgenthaler befragt Menschen, die Ihre Berufung leben. Da gibt es den Banker, der ausgestiegen ist, um Betonbadewannen zu bauen. CEOs, die freiwillig zur\u00fcckgetreten sind, um sich wieder ins Lot zu bringen. Leute, die ganz und gar Unvern\u00fcnftiges machen wie Postkarten schreiben oder Bl\u00e4tter h\u00fcbsch am Boden anordnen. Eine Pensionierte, die sich mit Elan in Onlineaktivit\u00e4ten reinwirft. Ein Carrosseriespengler, der Zigarren importiert und Leute zusammenbringt. In den 60 pr\u00e4sentierten Interviews sprudelt es nur so von Leben.<\/p>\n<p>Weit weg von Patentrezepten hat der Autor Morgenthaler versucht, aus den vielen Interviews einige Thesen rauszudestilieren.<\/p>\n<p>1. Vernunft wird \u00fcbersch\u00e4tzt<br \/>\nManchmal muss man was versuchen und dem Zufall eine Chance geben<\/p>\n<p>2. Ambition ist wichtiger als Ehrgeiz<br \/>\nEin Ziel verfolgen und etwas schaffen, was \u00fcber die eigene Person hinausgeht<\/p>\n<p>3. Wer neugierig bleibt, wird j\u00fcnger alt<br \/>\nDas Leben ist eine Entdeckungsreise<\/p>\n<p>4. Es bringt nichts, den Platz im Gef\u00e4ngnis zu optimieren<br \/>\nWenn sich Arbeit wie eine milde chronische Krankheit anf\u00fchlt, braucht es statt Stellenwechsel und Karriereoptimierung eine Besch\u00e4ftigung mit eigenem Bewusstsein und Gef\u00fchlen<\/p>\n<p>5. Die besten Jobs sind niemals ausgeschrieben<br \/>\nJobs werden geschaffen von Leuten, die sich mit voller Hingabe einem Problem oder einer Leidenschaft widmen<\/p>\n<p>6. Wer seiner Berufung folgt hat weniger zu verlieren<br \/>\nDer Wert der eigenen Entwicklung l\u00e4sst sich weniger in Geld als in Zufriedenheit messen. Gemessen am globalen Massstab sind wir reich genug, uns mit Berufung \u00fcberhaupt besch\u00e4ftigen zu k\u00f6nnen<\/p>\n<p>7. Zum Unternehmer wird man geboren \u2013 im Laufe des Lebens<br \/>\nWenn die Berufung bekannt ist, gilt es, einen entsprechenden Platz zu schaffen. Die kann sowohl in einem Angestelltenverh\u00e4ltnis als auch selbst\u00e4ndig erfolgen. Sowas ist lernbar.<\/p>\n<p>8. Wer alles im Griff hat, hat die H\u00e4nde nicht frei<br \/>\nWichtig sind unverplante Zeit, gute Gespr\u00e4chspartner und Inspiration. Sie erlauben uns in Kontakt zu kommen mit jenen Kr\u00e4ften, die im Unterbewussten wirken und \u00fcber unsere psychische und k\u00f6rperliche Gesundheit mitentscheiden<\/p>\n<p>9. Zentral auf unserem Weg zum pers\u00f6nlichen Erfolg sind unsere Verletzungen<br \/>\nOft sind wir angetrieben von Forderungen der Eltern an uns oder Pr\u00e4gungen aus der Jugend<\/p>\n<p>10. Wer alle Erwartungen erf\u00fcllt, darf keine Erf\u00fcllung erwarten<br \/>\nBefreien wir uns aus Abh\u00e4ngigkeiten. Wer bin ich und was geh\u00f6rt zu mir?<\/p>\n<p>Wer mehr dar\u00fcber erfahren m\u00f6chte, dem sei das Buch von Mutmacher Morgenthaler empfohlen: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3729609688\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3729609688&amp;linkCode=as2&amp;tag=primmatr-21&amp;linkId=953ef836e3ba8c945666c8a0122bb5e3\">Out of the Box: Vom Gl\u00fcck, die eigene Berufung zu leben<\/a><\/p>\n<p>Foto von <a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/sydsquid\/\">Sysdsquid<\/a> auf Flickr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir machen eine Ausbildung und streben eine gute Anstellung an, damit wir uns mit dem Einkommen die Dinge leisten k\u00f6nnen, wovon wir immer getr\u00e4umt haben. Und dar\u00fcber definieren wir uns. 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