Drohender Hurrikan – was tun?

Hurri­kane sind gross­räu­mige Tief­druck­wir­bel, die mit Sturm­win­den und Stark­re­gen gros­sen Scha­den anrich­ten können.

Während die Winde im Innern mit bis zu 300 Stun­den­ki­lo­me­tern wehen können, bewegt sich der ganze Wirbel oft mit gemäch­li­chen 20 – 25 Stun­den­ki­lo­me­tern vorwärts. Dies hat zur Folge, dass ein Hurri­kan (in Asien Taifun genannt) lange Scha­den anrich­tet, jedoch eine Vorwarn­zeit lässt, die für Vorbe­rei­tun­gen genutzt werden kann. Um welche es sich handelt, sagt dir der folgende Arti­kel.

Zur Entste­hung benö­ti­gen solche Wirbel­stürme (auch als Zyklone bezeich­net) Wasser und Ener­gie, die über warmen Wasser­mas­sen in den Tropen zur Verfü­gung stehen. Mit länge­rer Lebens­dauer und mit dem Auftref­fen auf Land­mas­sen und Gebirge verliert der Sturm aufgrund der Boden­rei­bung seine Kraft allmäh­lich.

Vor dem Sturm

Infor­miere dich über den voraus­sicht­li­chen Pfad des Sturms (plötz­li­che Rich­tungs­än­de­run­gen sind möglich!) und beob­achte den Luft­druck, falls dir ein entspre­chen­des Gerät zur Verfü­gung steht. Ein Druck­ab­fall von 2 und mehr Milli­bar pro Stunde deutet auf aufzie­hende Sturm­winde hin.

Im Wissen um die enor­men Wind­ge­schwin­dig­kei­ten aus verschie­de­nen Rich­tun­gen sind lose Gegen­stände wegzu­räu­men, wind­schlüpf­ri­ger zu machen oder fest­zu­zur­ren. Erst ab 118 Stun­den­ki­lo­me­tern Windg­schwin­dig­keit spricht man über­haupt von Hurri­kan.

In Erwar­tung von Stark­re­gen können Dämme gebaut, Eingänge abge­dich­tet, Wasser­ab­läufe gerei­nigt und Möbel in höhere Etagen trans­por­tiert werden. Falls sich die Behau­sung in einem Über­schwem­mungs­ge­biet befin­det, soll ein Weg aufs Dach geschaf­fen werden können. Kanu und Gummi­boote sind nütz­lich, um bei Über­schwem­mun­gen höher­ge­le­gene Orte oder Nach­barn aufsu­chen zu können.

Über­schwemm­tes Gebiet in New Orleans nach Damm­brü­chen, die durch Hurri­cane Katrina verur­sacht wurden (11. Septem­ber 2005)

Da mit den Wind­böen grös­sere Teile verwir­belt werden können, sind Glas­schei­ben zu schüt­zen.

Über­ir­di­sche Strom­ver­sor­gung sind anfäl­lig auf Beschä­di­gung; es kann ein länge­rer Strom­un­ter­bruch auftre­ten (siehe auch diesen  Arti­kel). Auch Über­span­nun­gen können vorkom­men, so dass Klein­ge­räte am besten vom Netz genom­men werden. Jetzt ist die Zeit, um das Smart­phone noch­mals voll zu laden.

Essen und Trin­ken für 3 – 5 Tage bereit­hal­ten. Auto voll­tan­ken. Wasser­vor­räte für Toilet­ten­spü­lun­gen und Körper­pflege anle­gen. Um Aufent­halte vor der Tür unbe­scha­det zu über­ste­hen, sind Atem­schutz, Schutz­brille und Helm sehr zu empfeh­len. Sie soll­ten jetzt bereits einge­kauft sein!

Heikel wird es, wenn die Behör­den die Evakua­tion eines grös­se­ren Gebie­tes anord­nen und Millio­nen von Menschen gleich­zei­tig Benzin kaufen und die Stras­sen benut­zen wollen. Hier hilft es, die rele­van­ten Gefah­ren früh­zei­tig und selb­stän­dig einschät­zen zu können und sich entspre­chend früh zur Flucht zu entschei­den.

Während des Sturms

Sobald die Sturm­winde toben, kann Gas abge­dreht werden, damit im Fall der Fälle kein Brand ausbre­chen kann.

Drin­nen blei­ben. Sich in stabile Gebäu­de­teile zurück­zie­hen oder den Luft­schutz­raum aufsu­chen, wenn der Sturm zu stark tobt. Auf Eindrin­gen von Wasser achten und sich einen Flucht­weg offen halten.

Aufent­halte am Strand, Fluss­ufern, in Gelän­de­sen­ken (Über­flu­tung, Sturm­flu­ten), auf Berg­gip­feln (höchste Wind­stär­ken) und in Baum­be­stän­den (umfal­lende Bäume) meiden.

Radio hören für aktu­elle Infor­ma­tio­nen. Bei Strom­aus­fall Taschen­lam­pen benut­zen und auf Kerzen verzich­ten (Brand-/Explo­si­ons­ge­fahr!)

Sollte es über­ra­schend wind­still und sonnig werden, kann es sein, dass erst die Hälfte des Stur­mes vorbei ist und man sich im Auge des Wirbel­stur­mes befin­det.

Ein Strand­haus auf der Boli­var Halb­in­sel in der Nähe von Galves­ton, TX zerstört durch Hurri­cane Ike im Jahr 2008

Im schlimms­ten Fall muss eine Evakua­tion während des Sturms durch­ge­führt werden. Gutes Schuh­werk ist empfoh­len, um Verlet­zun­gen vorzu­beu­gen, die bei Über­schwem­mun­gen schlecht heilen. Das Auto bietet einen gewis­sen Schutz gegen die Witte­rung, ist jedoch keine grosse Hilfe bei Über­schwem­mun­gen und umge­stürz­ten Bäumen.

Auf Rettungs­kräfte ist im Falle einer solchen Natur­ka­ta­stro­phe wenig Verlass. An zu vielen Fron­ten gefor­dert und mögli­cher­weise mit Zusam­men­bruch der Tele­fo­nie-Infra­struk­tur konfron­tiert, kommen Sani­tät, Poli­zei und Feuer­wehr dem Ansturm nicht mehr nach. Jetzt ist die Bevöl­ke­rung auf sich selbst gestellt.  Social Media kann ein hervor­ra­gen­des Kommu­ni­ka­ti­ons­mit­tel für solche Engpässe sein. So kann Nach­bar­schafts­hilfe geleis­tet werden.

Als Besu­cher soll man darauf achten, dass die Gast­ge­ber wissen, was sie tun und dass adäquate Vorsichts­mass­nah­men für die Gäste getrof­fen wurden. Auch hier gilt, dass man unter Umstän­den auf sich selbst gestellt ist und den Kopf brau­chen muss.

Box: Unnütze Infor­ma­tion über Hurri­kan­na­men

Wer darauf achtet, wird fest­stel­len, dass Hurri­kane alpha­be­tisch sortiert auftre­ten und männ­li­che und weib­li­che Namen sich abwech­seln. Fest­ge­legte Namens­lis­ten mit 21 Namen wurden erst­mals 1960 verwen­det, weil die bis dahin aktivste Hurri­kan­sai­son 1933 soviele Hurri­kane zählte.

Es gibt derzeit sechs feste Namens­lis­ten, die im Turnus von sechs Jahren verwen­det werden. Sollte mal eine Saison mehr als 21 Hurri­kane hervor­brin­gen, wird das grie­chi­sche Alpha­bet zu Hilfe genom­men: Alpha, Beta, Gamma, etc.

Beson­ders zerstö­re­ri­sche Hurri­kane können auf Antrag eines betrof­fe­nen Landes in der Namens­liste gestri­chen (und ersetzt) werden. So gesche­hen bei Katrina (2005), Irma und Harvey (beide 2017). Grie­chi­sche Buch­sta­ben werden nie ersetzt.

Fotos von NOAA Photo Library, Nasa2Explore, Patrick McKay auf Flickr

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Drohender Hurrikan - was tun?
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Drohen­der Hurri­kan – was tun?
Descrip­tion
Hurri­kane sind gross­räu­mige Tief­druck­wir­bel, die mit Sturm­win­den und Stark­re­gen gros­sen Scha­den anrich­ten können. Während die Winde im Innern mit bis zu 300 Stun­den­ki­lo­me­tern wehen können, bewegt sich der ganze Wirbel oft mit gemäch­li­chen 20 – 25 Stun­den­ki­lo­me­tern vorwärts. Dies hat zur Folge, dass ein Hurri­kan (in Asien Taifun genannt) lange Scha­den anrich­tet, jedoch eine Vorwarn­zeit lässt, die für Vorbe­rei­tun­gen genutzt werden kann. Um welche es sich handelt, sagt dir der folgende Arti­kel.

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